Archiv für den Monat: Juni 2006

Schler aus Halle verunglckt

Ein Reisebus mit einer Schulklasse aus Halle an Bord ist heute Morgen auf der Autobahn A7 nahe Fulda verunglckt. Bei dem Unfall wurde ein 18-jhriger Schler verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Polizeiangaben zufolge war der Fahrer wegen Unachtsamkeit und ungengendem Sicherheitsabstand auf einen Sattelzug aufgefahren. Die Schler befanden sich gerade auf der Heimreise von ihrer Abschlussfahrt nach Italien.

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Zwei Tote nach Brand

Nach einem Brand in einem Mehrfamilienhaus wurden heute Morgen in Halle-Neustadt zwei tote Frauen entdeckt worden. Polizeiangaben zufolge wurden die Leichen nach den Lscharbeiten in einer Wohnung in der auch das Feuer ausgebrochen sei gefunden. Die Todesursache und die Ursache des Brandes mssen noch geklrt werden.

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Erffnung der Hndel-Festspiele

Mit einem Festakt und einem Konzert werden heute Abend in Halle die Hndel-Festspiele erffnet. Mit zahlreichen musikalischen Veranstaltungen an denen sich Knstler aus 15 verschiedenen Lndern beteiligen, feiert die Stadt seinen berhmten Komponisten Georg Friedrich Hndel. Vergangenes Jahr kamen rund 50.000 Besucher zu den Festspielen nach Halle.

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Begeisternde Pfingst-Umwelttagung am 05. Juni 2006 in Halle

Begeisternde Pfingst-Umwelttagung am 5. Juni in Halle mit neuen Argumenten und großen Plänen

06.06.06 – Begrüßt durch die herzlichen Worte von Monika Gärtner-Engel, der 1. Vorsitzenden des Vereins „Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft e.V.“ und die flotten Töne des Berliner Liedermachers Nümmes erwarteten die Teilnehmer aus 50 Städten aus Ost und West drei äußerst interessante Vorträge, lebendige Diskussionen und ein bundesweiter Erfahrungsaustausch. Der anwesende Tatortkommissar und Ehrenbürger der Stadt Halle, Peter Sodann, fasste nach einer Stunde seine „Ermittlungen“ so zusammen: „In der ehemaligen DDR galt der Satz, ‚die Genossen werden sich schon was gedacht haben‘. Heute in der Demokratie heißt es, ‚da müssen wir durch‘ und ‚da kann man nichts ändern‘. Im Gegenteil: Da müssen wir nicht durch, wir müssen was ändern.“

Prof. Dr. Harry Rosin, Vater des FCKW-freien Kühlschranks wie des Kryo-Recycling-Verfahrens, hob in seinem tiefsinnigen und humorvollen Vortrag den Blick weit über die schön vergoldete Stuckdecke des Stadthauses zur Sternenmaterie des Weltalls, aus der ausnahmslos alles Leben auf der Erde hervorging. Er geißelte die herrschenden „Bilanz- und Machtautisten“, die sehr wohl um die Funktionsfähigkeit und Überlegenheit des Kryo-Recyclings wissend, rein aus wirtschaftlichem Kalkül an der extrem gesundheitsschädlichen Müllverbrennung und höchst gewinnbringenden Neuherstellung von Kunststoffen festhalten.

Anschaulich mit der Bodenprobe aus dem eigenen Garten in der Hand und zu Herzen gehend, machte er deutlich, wie „Mutter Erde“ uns das Prinzip der Kreislaufwirtschaft vormacht. Kompetent beantwortete er die Fragen zur Anwendung dieses Prinzips in einer hochentwickelten industriellen Produktion, die gerade auch von Teilnehmern aus Ostdeutschland gestellt wurden. Aus verschiedenen Orten und kommunalen Wahlbündnissen wie Eisenacher Aufbruch, AUF-Kassel, AUF-Gelsenkirchen oder aus Hilden wurde über das erfolgreiche Unterschriftensammeln berichtet und aufgefordert, auch alle Möglichkeiten über das Internet zu nutzen.

Prof. Dr. Buchner (ÖDP), der jüngst erst einen Umweltpreis erhielt, zerpflückte faktenreich die Märchen insbesondere über die deutschen Atomkraftwerke. Sie sind wie alle AKW´s nicht rentabel, sondern über die verschiedensten Steuernbefreiungen Subventionsfresser. Sie sind auch nicht sicher, wie die lange Liste der Unfälle dokumentierte. Ohne AKW´s geht auch nicht das Licht aus. Bei all den Schäden liefern sie ganze 2,5 Prozent des Bedarfs, während 30 Prozent des Stromverbrauchs sofort eingespart werden könnten. Und die Sonneneinstrahlung auf eine 750 Quadratkilometer große Fläche in der Sahara reicht aus, um den Energiebedarf der Erde zu decken. Besonders perfide ist es, für den Bau neuer AKW´s den Wunsch nach umweltfreundlichen Autos mit einem Wasserstoffantrieb zu missbrauchen.

Klaus Koch von der Bewegung „Das bessere Müllkonzept“ führte die ganze Dimension der Müllverbrennung vor, wo 35 Millionen Tonnen Müll pro Jahr über die Straße transportiert, 17 Millionen Tonnen in 66 MVA´s verbrannt werden. Die Neuplanung umfasst weitere MVA´s mit einer Kapazität von 7 Millionen Tonnen. Er sprach sich für das Kryo-Recycling-Verfahren nach Prof. Rosin aus, jedoch auch für eine zeitweilige Akzeptanz der MVA´s, wenn sie mit der neuesten Technik ausgerüstet sind. Dies wurde kontrovers diskutiert, wobei verschiedene Redner hervorhoben, dass das Kryo-Recycling-Verfahren nach Prof. Rosin den Schutz der Umwelt mit der Schaffung von Arbeitsplätzen verbindet und in Verbindung mit dem IMK-Verfahren (integriertes Verfahren zur Methanisierung und Kompostierung von Bioabfall) ein allseitiger Ersatz für die Verbrennung ist.

In der vom ortansässigen Umweltaktivisten Helmut Gobsch engagiert eingeleiteten und von Monika Gärtner-Engel überzeugend zusammengefassten Schlussdiskussion wurde eine reichhaltige Palette von Vorschlägen entwickelt. Von der Vernetzung mit den Umweltinitiativen und Umweltverbänden, einem umweltpolitischen Ratschlag, über die Vernetzung mit anderen sozialen Bewegungen, die denselben Gegner und denselben Wunsch einer lebenswerten Zukunft haben, bis zur engeren Zusammenarbeit kleiner Parteien auf diesem Gebiet. Von der Gewinnung neuer Multiplikatoren wie Ärzten, Lehrern und auch Prominenten, über das Überzeugen von Kindern, Jugendlichen, Studenten bis zur Intensivierung internationaler Verbindungen.

Dies schließt ein, die Verdrängung des Kampfes gegen die Umweltkrise zu beenden und gemeinsam vorwärts zu gehen, wofür alle von dieser Tagung viel Mut und Gewissheit an die Orte mitnehmen konnten.

# Weitere Informationen:
# „Rote Fahne“ vom 11.5.2006: „Rettet die Erde – noch ist es nicht zu spät!“ „Rote Fahne“ vom 18.5.2006: „Die mit Solarenergie gespeiste Weltwirtschaft ist möglich und nötig“ (Folge 6 der Serie: „Beschleunigter Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe – ist die Erde noch zu retten?“)
# „Rote Fahne“ vom 11.5.2006: „Der wissenschaftliche Sozialismus über die Einheit von Mensch und natürlicher Umwelt“

Quelle: Rote Fahne

Erste Eindrücke von der Umwelttagung am 05. Juni 2006 in Halle(Saale)

Alles Kryo oder was ?

Das gabs schon lange nicht mehr: eine ausgewachsene technische Utopie im Stadthaus zu Halle an der Saale, wo sonst fast nur Umverteilungen diskutiert werden. Eingeladen hatte die Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft e.V., eine Gruppierung um den Düsseldorfer Professor Harry Rosin.

Prof. Rosin wurde Anfang der 90er Jahre bekannt als Miterfinder des FCKW-freien Kühlschranks, der von Scharfenstein aus seinen Siegeszug um die Welt antrat. Jetzt haben Rosin und Co. eine noch viel größere technologische Lücke entdeckt und zwar im Kunststoffrecycling. Während die Sammlung und Wiederverwertungen von Papier, Glas, Metallen und Bioabfällen schon recht gut funktionieren, landet ein großer Teil der gesammelten Kunststoffe immer noch in Müllverbrennungsanlagen.

Aber auch hierfür hat der versierte Verfahrenstechniker Rosin etwas erfunden: das Kryo-Recycling-Verfahren. Nach der mechanischen Trennung werden die geschnitzelten Kunststoffe tiefgefroren, selbstverständlich ohne FCKW. Dann kommt ein mehrstufiger Mahlprozess in der Kälte, der die Kunststoffe so fein pulverisiert, dass eine wirklich sortenreine Trennung möglich wird.

Bisher findet beim Kunststoffrecycling nur eine relativ grobe Schnitzelung statt, das eingefärbte Granulat eignet sich bestenfalls für Parkbänke und Katzentoiletten. Gegner des neuen Kryo-Verfahrens sind Anlagenbauer von Müllverbrennungsanlagen und Teile der Kunststoffindustrie, die durch hochwertige Recyclate ihren Absatz an Neukunststoffen geschmälert sehen. Andererseits würden beim Recyclat-Einsatz die Rohstoffkosten und -verbräuche sinken, was ja auch ein echter Wettbewerbsvorteil für den viel bejammerten „Standort D.“ wäre.

Dass das Verfahren funktioniert, wurde im Technikumsmaßstab bewiesen. Die Energiekosten des Recyclingverfahrens liegen etwa bei einem Vierzigstel der Kunststoff-Neusynthese. So richteten sich dann am Pfingstmontag in Halle die Fragen vor allem auf die Umsetzungsmöglichkeiten. Obwohl ein tieferes Kunststoffrecycling schon heute ökonomisch und gesamtwirtschaftlich sinnvoll wäre, wird eingeschätzt, dass es bis zu einem Ölpreis von etwa 100,- Dollar pro Barrel für die Lobbyisten von Chemie und Anlagenbau möglich ist, eine Kunststoff-Kreislaufwirtschaft auszubremsen.

Unterstützung finden die Kälte-Recycler bisher hauptsächlich von der Initiative „Das bessere Müllkonzept“ und von einer kleinen demokratischen Partei. Ansatzpunkte für die Umsetzung sind Insellösungen in der Provinz. Deshalb wohl auch der Ausflug nach Halle, aber wahrscheinlich wird bei der Pilotanlage Eisenach das Rennen machen. Politik und Medien der Saalestadt hielten sich wieder einmal vornehm zurück.

Bis auf Schauspieler Peter Sodann, der ein Grußwort an die Versammelten richtete und sich auch sonst immer mehr zum „Neben-Bürgermeister“ entwickelt. Besonderen Dank verdient auch der fleißige Internet-Surfer Helmut Gobsch, der diesen interessanten Vortrag an die Saale holte.

Ein Radiobeitrag dazu steht auf http://home.ngi.de/hans9/audio/kryo.ogg.

Quelle:
http://contra.twoday.net/stories/2122392