Umweltverbände wollen mit Menschenketten für den Erhalt der Bäume in der Heideallee kämpfen

Umweltverbände wollen mit Menschenketten für den Erhalt der Bäume in der Heideallee kämpfen

Die Proteste zum Erhalt der Platanen in der Heideallee gehen weiter. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und der Verein Pro Baum haben am Dienstag eine Exkursion durch die Platanenreihen in der Heideallee durchgeführt. Anhand von bereits gefällten Bäumen hat Pro-Baum-Sprecher Andreas Liste den Zustand der Gewächse erläutert. Demnach bilden im Laufe der Zeit alle Bäume die Hohlräume, die bei einigen gefällten Platanen zu sehen waren. Von Gefährdungen der Standsicherheit sei dadurch aber längst nicht auszugehen. Der Baum heile sich selbst und kapsele sich von den Wundstellen ab. Einige der gefällten Bäume wiese zudem keine Hohlspuren auf.

An noch stehenden Bäumen zeigte Liste Schnittfehler der vergangenen Jahre auf. So seien Äste abgesägt wurden, allerdings nicht fachgerecht. Der Baum konnte die Wunde daher nicht richtig schließen und Wasser dringt in das Holz ein. Hier hätten fachgerechte Nachschnitte gereicht, ein Fällen wäre nicht möglich gewesen. Auch an einen übermäßigen Pilzbefall wolle man nicht glauben, so Andreas Liste. Jeder Baum habe von Natur aus Pilze. Sollten die Bäume tatsächlich, wie von der Stadt berichtet, mit gefährlichen Pilzen belastet sein, so hätte man die Bäume fachgerecht entsorgen müssen. Stattdessen liegen die abgesägten Baumreste neben dem Fußweg.

Kritisiert wurde vom BUND außerdem ein angeblich neues Gutachten, dass nun die Fällung von 63 Bäumen empfehle. Die Baumschutzkommission hatte die Fällung von 5 Bäumen vorgeschlagen, nachdem ein Gutachten aus dem vergangenen Jahre 29 Bäume vorsah. Das von der Stadt zitierte neue Gutachten habe man noch nie zu Gesicht bekommen und zweifele die Existenz an, hieß es.

Andreas Liste erklärte außerdem, die Stadt wolle ihre Bürger mit der Fällung des Naturdenkmals scheinbar vor vollendete Tatsachen stellen. Zudem äußerte er die Vermutung, dass die Platanen einem Ausbau der Heideallee im Weg stehen. Bereits vor Jahren war dies geplant, damals realisierte man das Projekt aber aus Geldgründen nicht. Am Ende der Exkursion verständigten sich die Teilnehmer auf eine Protestaktion am Mittwoch. Den ganzen Tag über wollen engagierte Bürger sich direkt an die Bäume stellen und so ein Absägen verhindern.

Die Stadt Halle will bis zum Ende der Woche ingesamt 63 Platanen in der Heideallee fällen. Begründet wurde dies mit dem schlechten Zustand der Bäume, so sei die Standsicherheit gefährdet. In den nächsten Jahren sollen alle 400 Bäume durch Jungbäume ersetzt werden. Ob es sich dabei wieder um Platanen handelt, ist unklar.

Quelle:

Halleforum