Begeisternde Pfingst-Umwelttagung am 05. Juni 2006 in Halle

Begeisternde Pfingst-Umwelttagung am 5. Juni in Halle mit neuen Argumenten und großen Plänen

06.06.06 – Begrüßt durch die herzlichen Worte von Monika Gärtner-Engel, der 1. Vorsitzenden des Vereins „Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft e.V.“ und die flotten Töne des Berliner Liedermachers Nümmes erwarteten die Teilnehmer aus 50 Städten aus Ost und West drei äußerst interessante Vorträge, lebendige Diskussionen und ein bundesweiter Erfahrungsaustausch. Der anwesende Tatortkommissar und Ehrenbürger der Stadt Halle, Peter Sodann, fasste nach einer Stunde seine „Ermittlungen“ so zusammen: „In der ehemaligen DDR galt der Satz, ‚die Genossen werden sich schon was gedacht haben‘. Heute in der Demokratie heißt es, ‚da müssen wir durch‘ und ‚da kann man nichts ändern‘. Im Gegenteil: Da müssen wir nicht durch, wir müssen was ändern.“

Prof. Dr. Harry Rosin, Vater des FCKW-freien Kühlschranks wie des Kryo-Recycling-Verfahrens, hob in seinem tiefsinnigen und humorvollen Vortrag den Blick weit über die schön vergoldete Stuckdecke des Stadthauses zur Sternenmaterie des Weltalls, aus der ausnahmslos alles Leben auf der Erde hervorging. Er geißelte die herrschenden „Bilanz- und Machtautisten“, die sehr wohl um die Funktionsfähigkeit und Überlegenheit des Kryo-Recyclings wissend, rein aus wirtschaftlichem Kalkül an der extrem gesundheitsschädlichen Müllverbrennung und höchst gewinnbringenden Neuherstellung von Kunststoffen festhalten.

Anschaulich mit der Bodenprobe aus dem eigenen Garten in der Hand und zu Herzen gehend, machte er deutlich, wie „Mutter Erde“ uns das Prinzip der Kreislaufwirtschaft vormacht. Kompetent beantwortete er die Fragen zur Anwendung dieses Prinzips in einer hochentwickelten industriellen Produktion, die gerade auch von Teilnehmern aus Ostdeutschland gestellt wurden. Aus verschiedenen Orten und kommunalen Wahlbündnissen wie Eisenacher Aufbruch, AUF-Kassel, AUF-Gelsenkirchen oder aus Hilden wurde über das erfolgreiche Unterschriftensammeln berichtet und aufgefordert, auch alle Möglichkeiten über das Internet zu nutzen.

Prof. Dr. Buchner (ÖDP), der jüngst erst einen Umweltpreis erhielt, zerpflückte faktenreich die Märchen insbesondere über die deutschen Atomkraftwerke. Sie sind wie alle AKW´s nicht rentabel, sondern über die verschiedensten Steuernbefreiungen Subventionsfresser. Sie sind auch nicht sicher, wie die lange Liste der Unfälle dokumentierte. Ohne AKW´s geht auch nicht das Licht aus. Bei all den Schäden liefern sie ganze 2,5 Prozent des Bedarfs, während 30 Prozent des Stromverbrauchs sofort eingespart werden könnten. Und die Sonneneinstrahlung auf eine 750 Quadratkilometer große Fläche in der Sahara reicht aus, um den Energiebedarf der Erde zu decken. Besonders perfide ist es, für den Bau neuer AKW´s den Wunsch nach umweltfreundlichen Autos mit einem Wasserstoffantrieb zu missbrauchen.

Klaus Koch von der Bewegung „Das bessere Müllkonzept“ führte die ganze Dimension der Müllverbrennung vor, wo 35 Millionen Tonnen Müll pro Jahr über die Straße transportiert, 17 Millionen Tonnen in 66 MVA´s verbrannt werden. Die Neuplanung umfasst weitere MVA´s mit einer Kapazität von 7 Millionen Tonnen. Er sprach sich für das Kryo-Recycling-Verfahren nach Prof. Rosin aus, jedoch auch für eine zeitweilige Akzeptanz der MVA´s, wenn sie mit der neuesten Technik ausgerüstet sind. Dies wurde kontrovers diskutiert, wobei verschiedene Redner hervorhoben, dass das Kryo-Recycling-Verfahren nach Prof. Rosin den Schutz der Umwelt mit der Schaffung von Arbeitsplätzen verbindet und in Verbindung mit dem IMK-Verfahren (integriertes Verfahren zur Methanisierung und Kompostierung von Bioabfall) ein allseitiger Ersatz für die Verbrennung ist.

In der vom ortansässigen Umweltaktivisten Helmut Gobsch engagiert eingeleiteten und von Monika Gärtner-Engel überzeugend zusammengefassten Schlussdiskussion wurde eine reichhaltige Palette von Vorschlägen entwickelt. Von der Vernetzung mit den Umweltinitiativen und Umweltverbänden, einem umweltpolitischen Ratschlag, über die Vernetzung mit anderen sozialen Bewegungen, die denselben Gegner und denselben Wunsch einer lebenswerten Zukunft haben, bis zur engeren Zusammenarbeit kleiner Parteien auf diesem Gebiet. Von der Gewinnung neuer Multiplikatoren wie Ärzten, Lehrern und auch Prominenten, über das Überzeugen von Kindern, Jugendlichen, Studenten bis zur Intensivierung internationaler Verbindungen.

Dies schließt ein, die Verdrängung des Kampfes gegen die Umweltkrise zu beenden und gemeinsam vorwärts zu gehen, wofür alle von dieser Tagung viel Mut und Gewissheit an die Orte mitnehmen konnten.

# Weitere Informationen:
# „Rote Fahne“ vom 11.5.2006: „Rettet die Erde – noch ist es nicht zu spät!“ „Rote Fahne“ vom 18.5.2006: „Die mit Solarenergie gespeiste Weltwirtschaft ist möglich und nötig“ (Folge 6 der Serie: „Beschleunigter Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe – ist die Erde noch zu retten?“)
# „Rote Fahne“ vom 11.5.2006: „Der wissenschaftliche Sozialismus über die Einheit von Mensch und natürlicher Umwelt“

Quelle: Rote Fahne